„Die Würde des Menschen ist antastbar“.

Die Verletzung der Würde von Frauen und Kindern durch erlebte Gewalt ist uns innerhalb unserer

Sozialraumarbeit in den letzten Jahren in vielfältiger Form begegnet. Neben selbst erlebter Gewalt

war es oft auch die miterlebte in der eigenen Familie. Häufig war dieses Erleben nicht der Grund zu

einer Kontaktaufnahme zu einer Kollegin. Vielmehr bestand oft bereits ein Kontakt und die

Betroffene vertraute sich mehr oder weniger „spontan“ an.

Der Anstieg der häuslichen Gewalt ist auch eine der unerwünschten Begleiterscheinungen der

Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus. Laut einer Recherche, die im Januar 2022 durch das

Münchner ifo Institut für die Stadt London veröffentlicht wurde, wird das gesamte Ausmaß dieser

Tragödie in der amtlichen Polizeistatistik nicht deutlich. Berechnet wurde der neu entwickelte

Indikator durch die Suche nach verschiedenen Suchbegriffen zur häuslichen Gewalt im Internet. Die

Studie kam zu dem Ergebnis, dass häusliche Gewalt während des Lockdown sieben Mal höher war als

in den Polizeistatistiken ausgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass dieses Ergebnis auch auf andere

Städte übertragen werden kann.

Von Gewalt betroffene Frauen und Kinder leben häufig in einem permanenten Alarmzustand.

Insbesondere, wenn die Gewalt vom Partner oder den Eltern ausgeht, gibt es keinen Ort, an dem sie

„sicher“ sind. Dies hat sowohl körperliche als auch seelische Auswirkungen. Neben physischen

Verletzungen treten vielerlei psychosomatische und seelische Belastungen auf. Betroffene leiden

unter einem negativen Selbstbild und großen Scham- und Schuldgefühlen. Oft fällt es ihnen schwer

sich anderen Menschen anzuvertrauen. Dies in Kombination mit der Tatsache sich im häuslichen

Umfeld kontrolliert zu fühlen führt darüber hinaus zu einem Gefühl der sozialen Isolation.

BIG Empowerment bietet Frauen und Mädchen ab 16 Jahren einen geschützten Ort, an dem eine

vertrauensvolle Atmosphäre die Grundlage bilden, dass sich von Gewalterfahrungen Betroffene

anvertrauen können, aber nicht müssen. 

 

Verschiedene traumasensible Angebote sollen dazu

beitragen, daß Frauen und Mädchen Kraft schöpfen können, Stabilisierung erfahren und Zugang zu

notwendiger Unterstützung und Hilfe für ihre Lebenssituation finden.

Wir schätzen einen familiären Rahmen und pflegen den Kontakt zu unseren Besucherinnen auch über

Messengerdienste. Wir versuchen möglichst viele Angebote in Präsenz durchzuführen, je nachdem

wie die Regeln im Rahmen der Coronapandemie sind. Gruppen- und Einzelangebote können je nach

Situation und auf Wunsch hin auch gerne online angeboten werden.

Unsere konkreten Angebote finden Sie unter „Aktuelles Programm“. Bitte immer vorher anmelden,

da unsere Teilnehmerinnenzahlen begrenzt sind durch die Personenobergrenze in unseren Räumen

während der Pandemie.

Unser Angebotsspektrum

  • Enge Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und Netzwerken

  • Offene Treffen, in die Referentinnen zu verschiedenen Themen eingeladen werden

  • Bestärkungskurse und Infoveranstaltungen für Frauen und Mädchen

  • „Nein- Kurse“, Selbstbehauptungstrainings, Entspannungs- und Bewegungskurse

  • Kurse in traumasensiblen Selbsthilfemethoden zur persönlichen Stabilisierung

  • Elternkurse „Gewaltprävention“ zum Schutz der Kinder

  • Qualifizierung zur Peer zu Peer Beraterinnen für andere Betroffene

  • Feste, Ausflüge, Miniprojekte, die die Wünsche der Teilnehmerinnen mit einbeziehen

  • Traumasensible Einzelberatung

  • Künstlerische und musische Angebote

  • Ehrenamtliche Mitarbeit im Projekt